With Friday

Die Musikgesellschaft am Whit Friday Contest

Nach 2010 nahm die Musikgesellschaft Detligen zum zweiten Mal am ältesten Brass Band Wettbewerb der Welt, dem Whit Friday Contest teil. Es war wieder ein unbeschreibliches Erlebnis.

28. Mai 2015

Reise nach Saddleworth

Nachdem wir uns am Vorabend in unserer vereinseigenen Bar eingestimmt hatten, war es am 28. Mai 2015 endlich soweit und wir starteten um 11.30 Uhr mit dem Car Richtung Genf. In Genf angekommen konnten wir problemlos unser Gepäck aufgeben. Bei einer Reiseschar von 47 Personen und all den Instrumenten eine gar nicht so selbstverständliche Sache. Auch die Sicherheitskontrolle ging problemlos über die Bühne.
Pünktlich um 16.50 Uhr hob dann unsere easyJet-Maschine Richtung Liverpool ab. In Liverpool wurden wir von Phil Beckwith herzlich begrüsst.





Besuch bei der Black Dyke Band

Mit einem Reisecar ging es dann von Liverpool gleich weiter nach Quennsburry zur Black Dyke Band. Als wir beim Proberaum der weltberühmten Band ankamen, spielte auf dem Vorplatz die zweite Schweizerband die Brass Band Frutigen. Anschliessen spielte die Black Dyke im Freien ihren Wettbewerbsmarsch für den Whit Friday Contest. Es war der eindrückliche „Knight Templer“. Mit wunderbarem Sound und toller Dynamik wurde dieser Marsch vorgetragen. Sämtliche in letzter Zeit gewonnenen Pokale wurden ehrwürdig vor der Band platziert.
Anschliessen wurden wir im alten und sehr eindrücklichen Proberaum von Nick Child, dem Dirigenten der Black Dyke Band persönlich begrüsst. Während die Black Dyke draussen noch eine Marschmusikprobe absolvierte, erläuterte uns Nick Child die Geschichte der Black Dyke. Tradition pur!
Weiter gings dann nach Huddersfield zum Cedar Court Hotel, wo wir um ca. 21.00 Uhr ankamen. Beim anschliessenden Nachtessen konnten wir unseren aufgestauten Hunger stillen und ein erstes englisches Bier geniessen.






29. Mai 2015

Whit Friday Prozession

Nach einer doch eher kurzen Nacht rufte ab 07.00 Uhr schon wieder das Morgenessen. Mit einem üppigen britischen Frühstück (Ei, Speck, Bohnen, Würstli etc.) stärkten wir uns für diesen wichtigen Tag. Bereits um 08.15 Uhr fuhren wir Richtung St. Chads Kirche in Uppermill um an der traditionellen Prozession teilzunehmen. Nun erlebten wir, dass es in England auch regnen kann. Das hatte auch den Vorteil, dass wir unsere schönen  Regenmäntel doch noch einmal tragen konnten. Es entstanden dabei auch diverse lustige Fotos, auf die wir ohne Regen hätten verzichten müssen. Anders als bei unserem ersten Besuch im Jahr 2010 umrahmten wir musikalisch auch den kurzen Gottesdienst in der Kirche. Die dortige Kirchgemeinde dankte unseren Einsatz mit netten Worten und hundert Pfund (oder umgerechnet ca. 30 Biere).
Die Prozession nach Uppermill und vor allem der Einmarsch in Uppermill war wieder ein grosses Erlebnis. So viele begeisterte Zuhörer – einfach fantastisch! Von verschiedenen umliegenden Kirchen herkommend, treffen sich in Uppermill dann die Prozessionszüge und somit auch viele Brass Bands.
Bereits beim anschliessenden Gottesdienst auf dem Dorfplatz zeigte sich kurz die Sonne und den anschliessenden Marsch durch Uppermill mit allen Prozessionsteilnehmenden konnten wir bei trockener Witterung absolvieren. Hier hatten einige Bandmitglieder mehr mit einer vollen Blase, als mit Regentropfen zu kämpfen? Nach dem letzten gespielten Ton und einem Spurt ins nahe Wäldli konnte dann aber auch dieses Problem gelöst werden.
Danach fuhren wir auf eine Anhöhe zum Old Original Pub zum Mittagessen. Nach unserer Rückkehr zum Hotel machen wir uns bereit für den Wettbewerb.











Whit Friday Contest

Um 15.15 Uhr besammelte uns Stefu vor dem Hotel um nochmals unseren Contest Marsch „Marignan“ zu spielen und uns so richtig auf den bevorstehenden Wettbewerb einzustimmen. Weiter wurden wir instruiert, in welcher Reihenfolge wir jeweils in den Bus steigen müssen, damit an den Wettbewerbsorten alles rasch und reibungslos abläuft.
Um ca. 15.30 Uhr fuhren wir dann Richtung Dobcross wo wir den Whit Friday Contest starteten. Mit dem Marsch Locarno marschieren wir zu diesem eindrücklichen Contest-Platz. Wunderschön unter einem Baum umrahmt von vielen Zuhörerinnen und Zuhörer wurde dann erstmals Marignan zum Besten gegeben.
Bis kurz nach 23.00 Uhr absolvieren wir total sechs Wettbewerbe und zwar in diesen Ortschaften:

Denshaw
Diggle
Dobcross
Grotton
Lees
Scouthead

Sechs Wettbewerbe müssen zwingend gespielt werden um in die Gesamtrangliste aufgenommen zu werden. Von den total 126 teilnehmenden Bands schafften es nur 71 in die Rangliste. Wir erreichten den 45. Gesamtrang!!!
Unsere beste Klassierung erreichten wir in Grotton. An diesem Wettbewerb starteten 48 Bands und wir erreichten den ausgezeichneten 9. Rang. Die Black Dyke landete hier auf dem 4. Rang!
Hier hätten wir auch deutlich die 3. Klasse gewonnen. Ausländische Bands werden aber in Grotton leider nicht für diese Spezialpreise berücksichtigt.
In Lees und in Diggle gewannen wir auch den Deportmentpreis. Das ist der Preis für den besten Einmarsch ins Dorf. Dafür gab es wieder 50 Pfund oder umgerechnet ca. 17 Biere! Zusätzlich gewannen wir in Diggle mit diesem Einmarschpreis auch den begehrten Chippsy-Cup. Mehr dazu dann unter der Rubrik Brass-Fest.

Zufrieden, gut gelaunt und bereichert mit vielen tollen Eindrücken und Gänsehautfeeling fuhren wir dann kurz nach 23.00 Uhr zurück ins Hotel. Wir erlebten wieder einen Wettbewerb mit trockener aber deutlich kühleren Witterung als im Jahr 2010.
Zurück im Hotel wartete dann ein leider zu knapp bemessenes Sandwiches-Buffet und die Bar auf uns.















30. Mai 2015

Reise nach York

Heute besuchten wir die historische Stadt York. Das heisst zuerst machten wir Halt bei der York Real Ale Brauerei. Hier wurden wir in die Geheimnisse des Bierbrauens eingeweiht und durften herzhaft degustieren. Da der Besuch aber noch vor dem Mittag stattfand und die letzten Biere des Vorabends noch knapp verdaut waren, blieb die Degustationsmenge doch eher im bescheidenen Rahmen.
Danach hatten wir noch Zeit um individuell York zu besichtigen. Einige schlenderten durch die engen, schönen Gassen, andere besichtigten das eindrückliche Münster oder besuchten einen Pub.











Internationales Brassfest in Uppermill

Am Abend nahmen wir dann am Brassfest in Uppermill teil. Phil, der uns ja bereits am Auffahrtsständli in Frieswil besuchte, war von unserer Stückwahl so begeistert, dass er uns als dritte und letzte Band des Konzertes in Uppermill setzte. Vor dem Konzert postierten wir uns vor der Konzerthalle noch zum Gruppenbild und die Vorfreude und die Anspannung auf das folgende Konzert war schon deutlich spürbar. Die Civic-Hall war sehr gut besetzt als die Brass Band Frutigen den Konzertabend eröffnete. Danach folgte die schwedische 1. Klass-Brass Band Asenhöga. Diese aus heilsarmeekreisen stammende Band konzentrierte sich auf eher kirchliche, feine Klänge. Dies kam unserer unterhaltsamen Stückwahl entgegen.
Mit dem Bergenhus March eröffneten wird fulminant unseren Konzertteil. Auch unsere Solisten brillierten in den Werken „Wir Zwei“ (Dave und Jonas), Minnie the Moocher (Ueli) und Zirkus Renz (Sändu). Das Publikum war begeistert und der frenetische Beifall animierte Sändu bei seiner Zugabe zu einem Höllenritt. Als es dann wirklich zu schnell wurde und die flinken Hände nicht mehr folgen konnten, reagierte Sändu sehr cool mit einem Ouuu!!
Mit the Ludlows, Born Free, Fat Bottomed Girl, Hemmige und Marignan rundeten wir unser Konzert ab. Es war ja auch das letzte Konzert unter der Leitung von Stefu. Umso schöner gemeinsam ein solches Konzert mit einem dermassen frenetischen und begeisterten Publikum zu erleben. Es war ein Megafeeling!!
Im Rahmen dieses Konzerts wurde uns dann auch der berühmte Chippsy-Cup für den besten Einmarsch in Diggle übergeben. Dieser Cup ist von einer berühmten Fish & Chips-Firma gesponsert. Es ist ein wohlbehüteter Wanderpreis und so durften wir ihn auch nur einen Abend lang geniessen. Bernie und sein Neffe begleiteten uns mit dem Pokal ins Hotel um dann zu später Stunde, oder besser gesagt schon zu früher Stunde mittels Taxi den Chippsy-Cup wieder in „Sicherheit“ zu bringen. Bernie und sein Neffe waren aber auch sonst wohl froh ums Taxi. Die beiden schonten sich bei der Party im Hotel nicht und das Schnupfen und das Bier hinterliessen bei ihnen gewisse Spuren.

Der Pokal wurde nach unserem Konzert noch in der Civic-Hall mit Bier gefüllt und so die Abendparty eingeläutet.
Zurück im Hotel war der DJ bereits in den Startlöchern um die Party steigen zu lassen. Er war in besserer Form als vor fünf Jahren und hatte auch ein besseres Durchhaltevermögen. Die Party war genial und x Mal zirkulierte die Polonaise durch die Hotelhalle. Nach einer gewissen Anlaufphase tauten sogar die Schweden auf und beteiligten sich ordentlich an dieser Party.
Auch Phil war in absoluter Hochform und als er plötzlich mit einer grossen Trommel erschien und lautstark den Marignan anstimmte war die Stimmung am Siedepunkt!
Als Dank für die ausgezeichnete Organisation unseres Aufenthalts überreichten wir Phil ein signiertes Bandfoto sowie einen Seeländer-Schnaps.
Den Höhepunkt erreichte der DJ, als er den Queen-Hit „Bohemian Rhapsody“ auflegte, da kochte die Stimmung und wir konnten uns auch an einigen Gesangstalenten der Brass Band Frutigen erfreuen. Die konnten doch tatsächlich die ganzen Strophen auswendig. Dies könnte für uns ein künftiges Projekt sein (Strophen auswendig lernen in der MGD-Bar). Dank des Predigtgeldes, des Preisgeldes und wohlwollenden Spendern aus den eigenen Reihen (ganz herzlichen Dank den anonymen Spendern!) konnten wir praktisch den ganzen Abend mit dem Codewort „Detligen“ Gratisbier beziehen. Der Pokal wurde noch unzählige Male in die Höhe gestemmt und mit Bier gefüllt, bevor dann eben Bernie und sein Neffe diesen wieder nach Diggle brachten. So ca. ab 03.00 Uhr lancierten dann Dave, Jonas und Reto auf eindrückliche Art und Weise den Showblock „Lumpeliedli und spektakuläre Trinkspiele“. Auch das war ein Riesengaudi.
















31. Mai 2015

Heimreise

Nach diesem bierschweren Abend und der kurzen Nacht stärkten wir uns nochmals mit einem klassischen englischen Frühstück. Dann hiess es bereits wieder Koffer packen und auschecken. Danach erfolgte der Transfer zum Flughaben. Infolge einer grösseren Bauumleitung verloren wir wertvolle Zeit und mussten uns dann beim Check in doch etwas beeilen. Es hat aber alles bestens funktioniert und nach einem schönen und ruhigen Flug landeten wir pünktlich um 16.50 Uhr in Genf. Unser Car war auch schon startklar, so dass wir zügig Richtung Detligen weiterreisen konnten.




In Detligen angelangt, liessen wir im Sternen bei einem Nachtessen die unzähligen tollen Eindrücke nochmals Revue passieren.

An dieser Stelle danke ich Jonas und Cedu für die Mithilfe bei der Organisation dieser Englandreise ganz herzlich. Einen speziellen Dank richte ich an Michi, Hene, Sandra und Corina, die uns musikalisch unterstützten, an die Ehrendamen Marianne, Daniela H., Melanie und Daniela Z. sowie an alle die uns auf dieser Reise begleitet haben.

Ein grosses „Thank you“ gebührt natürlich allen Vereinsmitgliedern. Mit grossem Einsatz, auch bei den Sonderanlässen zur Geldbeschaffung für diese Reise, haben wir uns dieses tolle Erlebnis ermöglicht.

Thomas Peter

 

 

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